26. September 2016

Test von Vorsorgevollmachten

Es gibt zahlreiche Muster für Vorsorgevollmachten. Hier finden sich Vergleichskriterien, anhand derer die verschiedenen Muster bewertet werden sollen.

Mindestinhalt

Es gibt einen Mindestinhalt, den jede Vorsorgevollmacht enthalten muss:
  • Name und Anschrift von Vollmachtgeber und Bevollmächtigten
  • Aussage, dass die Vollmacht alle Erklärungen umfasst, die der Vollmachtgeber auch selbst abgeben kann
  • Vollmacht nach §§ 1904 und 1906 BGB (schwere Heileingriffe bzw. Nichtbehandlung und freiheitsentziehende Maßnahmen)

Kürze/Übersichtlichkeit

Niemand liest gern seitenlange Texte und sucht darin nach den wichtigen Regelungen. Bei einer langen Vollmacht muss man aber auch alles lesen, damit sich nicht irgendwo eine Ausnahme versteckt. Deshalb sollten Vorsorgevollmachten so kurz wie möglich sein. Mit der Zeit haben sich die Muster mit immer mehr Beispielen angefüllt, weil sich jeder gern wiederfinden will. Eine Rückführung dieser Aufzählungswut ist dringend geboten.

Kreuzchenvollmacht

Einige Vollmachtsmuster enthalten die Möglichkeit, jeden einzelnen Punkt anzukreuzen. Teilweise gibt es Kästchen mit "ja" oder "nein". Diese Vollmachten führen immer dann zu Problemen, wenn nicht überall "ja" angekreuzt wird.

Einfacher Widerruf

Eine Vollmacht sollte einfach zu widerrufen sein. Beim Vollmachtswiderruf muss der Vollmachtgeber die Vollmachtsurkunde herausverlangen, da andernfalls der Bevollmächtigte weiter handeln kann (auch wenn er sich schadensersatzpflichtig und ggf. strafbar macht). Das Herausverlangen der Vollmachtsurkunde bereitet Probleme, wenn darin weitere Erklärungen enthalten sind oder wenn mehrere Vollmachten in der selben Urkunde enthalten sind.

Innenverhältnis

Bei einer Vorsorgevollmacht sollte immer auch das Innenverhältnis ausgestaltet werden. Lesen Sie dazu "Vorsorgevollmachten ohne Innenverhältnis" im Erbrechtsblog Papenmeier.

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